Brandereignis Heimatstube
Sanierung eines Brandschadens unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes
Fachwerkgebäude “Heimatstube”
Das Fachwerkgebäude „Heimatstube“ des Heimatvereins in Ganderkesee wurde durch ein Brandereignis beschädigt.
Infolge der Hitzeeinwirkung wies ein Querbalken der Giebelwand sowie ein darüberliegender Balken deutliche Schäden auf. Auch die Dielung auf der Geschossdecke im Inneren war teilweise zerstört, Teile der Deckenbalken wurden in ihrer Substanz beeinträchtigt.
Unsere Tragwerksplanung erfolgte mit dem Ziel, die historische Konstruktion so weit wie möglich zu erhalten und gleichzeitig die Standsicherheit dauerhaft zu gewährleisten. Gerade im Fachwerkbau bedeutet dies, bestehende Bauteile differenziert zu bewerten, Eingriffe auf das notwendige Maß zu reduzieren und neue Elemente sensibel in die vorhandene Struktur zu integrieren.

Zur Beurteilung der Tragfähigkeit der betroffenen Holzbauteile kamen präzise Bohrwiderstandsmessungen zum Einsatz. Bei diesem Verfahren misst eine motorbetriebene Bohrnadel sowohl den Widerstand an der Spitze als auch die Reibung entlang des Schafts.
Die minimalinvasive Methode ermöglicht eine zuverlässige Einschätzung des inneren Holzzustands, ohne die historische Substanz unnötig zu beeinträchtigen – ein wesentlicher Vorteil im Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden.
Auf Basis der Ergebnisse wurden die erforderlichen Maßnahmen zur Erneuerung der geschädigten Bauteile statisch bemessen und so geplant, dass sie sich konstruktiv und gestalterisch in den Bestand einfügen. Dabei standen die Prinzipien „Erhalten vor Erneuern“ und „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ im Vordergrund der Planung.
Der zu sanierende Schornstein befindet sich im Gebäudeinneren vor der Giebelwand. Aufgrund der Schäden war eine Instandsetzung des unteren Abschnitts erforderlich. Hierfür wurde eine speziell entwickelte Abfangkonstruktion geplant, die den oberen Teil des Schornsteins während Rückbau und Erneuerung sichert.
Die Umsetzung erforderte eine besonders enge Abstimmung mit der Denkmalpflege und dem zuständigen Schornsteinfeger.
Ein besonderer Fokus lag auf dem Brandschutz. Die entsprechenden Anforderungen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Schornsteinfeger entwickelt und so umgesetzt, dass sowohl die Nutzungssicherheit als auch die denkmalpflegerischen Anforderungen berücksichtigt werden konnten.
So entstand eine Lösung, die die historische Substanz bewahrt und zugleich den heutigen technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen gerecht wird.
