Amprion, BD4 LA Nord und BD4 LA Süd
Anbindung von Windparks über die Netzanschlüsse DolWin4 und BorWin4 in Wietmarschen und Lingen und zwischen Küste und Emden
Offshore-Netzanbindung
von der Nordsee bis Lingen
Die Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 gehören zu den wichtigen Energiewende-Projekten in Deutschland. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 60 bzw. 125 Kilometer auf See.
An Land verlaufen sie noch rund 155 Kilometer als Erdkabel in Richtung Lingen (Ems). Die beiden Offshore-Windparks werden mit ihrer Leistung das offline gegangene Kernkraftwerk Emsland ersetzen.

Zwischen der Nordseeküste und Emden werden zunächst die erforderlichen Horizontalbohrungen und die offene Bauweise durchgeführt. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat die BPN auch mit den Leistungen zur SiGe-Koordination in diesem rund 43 Kilometer langen Abschnitt (BD4 LA Nord) beauftragt.
Amprion bindet mit DolWin4 und BorWin4 zwei Offshore-Windparks an das Stromnetz an. Die Leitungen enden in Lingen und verlaufen im ostfriesischen Bereich bis nach Emden. Die Tiefbauarbeiten in diesem Abschnitt laufen gleichzeitig aus nördlicher und südlicher Richtung.
Für die Querung von Infrastrukturen oder Gewässern werden die Schutzrohre (Energiekabel und Begleitrohre) im Horizontalspülbohrverfahren verlegt. Insgesamt werden sechs Bohrgeräte gleichzeitig im Einsatz sein. Anschließend werden die Bereiche zwischen den Bohrungen sukzessive miteinander verbunden.
Bei der offenen Bauweise werden jeweils zwei Kabelschutzrohre für die Energiekabel und mehrere Schutzrohre für die Begleitkabel in zwei Gräben verlegt. Das Bodenschutzkonzept sieht vor, dass die unterschiedlichen Bodenschichten separat abgetragen, gelagert und anschließend in der ursprünglichen Reihenfolge wieder verfüllt werden.
Derzeit laufen in Ostfriesland Bauarbeiten für die Offshore-Netzanbindungen von DolWin4 und BorWin4 an das Stromnetz. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat die BPN mit den Leistungen zur SiGe-Koordination in dem rund 12 Kilometer langen Abschnitt (BD4 LA Süd) beauftragt. Die Tiefbauarbeiten haben bereits im Juli 2024 begonnen. Die von Amprion beauftragte Arbeitsgemeinschaft errichtete zunächst eine Kabelschutzrohranlage, in die später die Energiekabel und Begleitkabel (LWL-Kabel) eingezogen werden.
Ausgehend von zwei Baulagern in Wietmarschen versorgen die Tiefbauunternehmen die Wanderbaustelle. Die Verlegung der Kabelschutzrohranlage beinhaltet sowohl Abschnitte in der geschlossenen Bauweise, vor allem im Horizontalspülbohrverfahren, als auch in der offenen Bauweise. Das Horizontalspülbohrverfahren wird beispielsweise bei der Querung von Infrastrukturen oder Gewässern genutzt. Bei der offenen Bauweise werden jeweils zwei Kabelschutzrohre für die Energiekabel und mehrere Schutzrohre für die Begleitkabel in zwei Gräben verlegt. Das Bodenschutzkonzept sieht vor, dass die unterschiedlichen Bodenschichten separat abgetragen, gelagert und anschließend in der ursprünglichen Reihenfolge wieder verfüllt werden.
2025 wird der Dortmund-Ems-Kanal und die Ems mit dem dortigen FFH-Gebiet mittels Horizontalbohrung in einem Zug unterquert. Ebenso wird die Trasse die ICE-Strecke zwischen Münster und Emden per Rohrvortrieb, also in einem weiteren Verfahren zur grabenlosen Rohrverlegung gequert. Bei beiden Querungen handelt es sich um besonders aufwändige Verfahren, um die vorhandene Infrastruktur nicht zu beeinträchtigen.
