Railpool, Neubau einer Lokwerkstatt in Hamburg
Gesamtplanung für Europas modernste Lokwerkstatt in Hamburg
Komplexe Bauplanung
für mehr Nachhaltigkeit
In Hamburg-Billbrook hat die Railpool Lokservice GmbH & Co. KG ihre alte Werkstatt durch eine neue, hochmoderne Werkstatt zur Instandhaltung von Lokomotiven ersetzt. Die Planungsgemeinschaft Gewinner - Bauplanung wurde mit der Gesamtplanung und Projektleitung des über 20 Mio. Euro teuren Neubaus in allen Leistungsphasen beauftragt.
Railpool-Lokservice gehört zur Railpool-Gruppe aus München. Railpool ist europaweit aktiv und gehört mit über 440 E-Lokomotiven zu den größten Vermietern von Schienenfahrzeugen.
In der neuen Werkstatt kann Railpool an bis zu 7 Lokomotiven gleichzeitig die erforderlichen Instandhaltungen und Revisionen an den Fahrzeugen durchführen, einschließlich der Überprüfung, Reparatur und Reprofilierung von Drehgestellen und Rädern. Für die Zuverlässigkeit des Full-Service-Vermietgeschäfts und die Qualität der Fahrzeuge setzt die Werkstatt neue Maßstäbe in puncto Zuverlässigkeit und Effizienz durch optimierte Arbeitsabläufe und modernste Ausstattung.

Bauplanung Nord hat zu diesem technisch und terminlich anspruchsvollen Projekt die Planungen des Tragwerks und der Ingenieurbauwerke, der Verkehrs- und Gleisanlagen sowie der Bauphysik erbracht. Weiterhin die Bauoberleitung, die Projektleitung, die SiGe-Koordination sowie die kaufmännische Geschäftsführung der ArGe. Zu den Leistungen von Bauplanung Nord gehörte ebenfalls die Begleitung und Integration zahlreicher Fachplanungen, wie z. B. die Technische Ausrüstung und die Oberleitungsplanung, aber auch Fachbeiträge aus Vermessung, Baugrund, Altlasten
oder auch der Landschaftspflege. Besondere „Highlights“ und Schwierigkeiten dieses komplexen Projektes waren u. a.:
- die Erhöhung eines Mastes einer 110 kV-Freileitung (2 Jahre Planung und Vorbereitung – 2 Tage bauliche Umsetzung)
- eine sehr schwierige Baustellenlogistik in einem sehr engen Baufeld in „Sackgassenlage“
- die Herstellung einer neuen Tiefgründung in einem Baufeld, das noch mit alten Pfählen in leicht „winkelverdrehter“ Lage durchsetzt war
- komplexe Zusammenhänge durch Altlasten im Baugrund, erforderliche Grundwasserabsenkung mit nachgeschalteter GW-Behandlungsanlage
Trotz der zahlreichen „dicken Brocken“, die im Laufe des Projektes zur Seite geschafft werden mussten, konnte für den ersten Teil der Werkstatt nach nur 9 Monaten Bauzeit bereits die Teil-Inbetriebnahmegenehmigung erzielt werden. Schlagkräftige Baufirmen, eine pragmatische und lösungsorientierte Behörde sowie ein in allen Situationen stets sehr angenehmer und entscheidungsfreudiger Bauherr waren dafür unabdingbar.
Weitere 5 Monate später konnte dann die 2-gleisige, ca. 110 m lange Werkstatt mit modernsten Kran- und Fahrzeughebeanlagen sowie das architektonisch schön gestaltete Sozial- und Verwaltungsgebäude an den Kunden übergeben werden.
Die Ausrüstung der Gleisanlagen im Außenbereich mit einer 15 kV Oberleitung sowie die Errichtung eines (nicht ganz alltäglichen) 3 kV-DC-Prüfstandes für Lokomotiven erfolgt nachgelagert. Durch die Elektrifizierung der 1 km langen Bahnstrecke zwischen der Werkstatt und den nächstgelegenen DB-Gleisen werden Diesel-Rangierlokomotiven in Kürze der Vergangenheit angehören und das Nachhaltigkeitskonzept von Railpool, zu dem auch bereits Dächer mit extensiver Dachbegrünung und PV-Anlagen gehören, wird weiter vervollständigt.
